WestLicht öffnet wieder: World Press Photo 2026 und Maša Stanić
Laufzeit: 11. September – 22. November 2026
Ort: WestLicht, Westbahnstraße 40, 1070 Wien
Öffnungszeiten: täglich 11–19 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
Das WestLicht ist derzeit wegen Umbauarbeiten geschlossen und sperrt am 11. September wieder auf – zum 25. Mal mit der World Press Photo. Rund 150 prämierte Arbeiten aus sechs Weltregionen sind zu sehen, im Zentrum das Weltpressefoto des Jahres: Carol Guzys „Separated by ICE“, aufgenommen im August 2025 in einem New Yorker Gerichtsgebäude. Parallel dazu zeigt das Haus in der oberen Galerie erstmals Maša Stanićs Langzeitserie CALL IT „DUBAI“ – acht Jahre Arbeit in der informellen Roma-Siedlung Vuka Vrčevića am Rand von Belgrad, weniger Sozialreportage als Porträt von Menschen und Beziehungen. Am 11. September um 19 Uhr stellt die ausgezeichnete Fotojournalistin Chantal Pinzi ihr Projekt Farīsāt: Gunpowder’s Daughters im Museum vor.
Eric Asamoah: As Our Hearts Bow – Foto Arsenal Wien
Laufzeit: 19. September 2026 – 10. Jänner 2027
Ort: Foto Arsenal Wien, Arsenal Objekt 19A, 1030 Wien
Der in Linz geborene, in Wien und Paris arbeitende Fotograf Eric Asamoah (*1999) zeigt sein jüngstes Projekt in zwei Strängen: Zunächst Aufnahmen aus den Familienalben der 1970er- bis 1990er-Jahre, überwiegend von den Frauen seiner Familie fotografiert – Alltag einer Migrationsfamilie und zugleich die Weitergabe des fotografischen Blicks über Generationen. Darauf baut die konzeptuelle Serie rund um die Schuhe seiner Großmutter Lucy auf: Leder, Falten, Gebrauchsspuren als stille Träger von Erinnerung. Ein Zugang, der sehr genau zeigt, wie viel ein Archiv hergibt, wenn man es nicht bloß als Materiallager behandelt. Zeitgleich eröffnet im Haus die Schau „We Are Here“ von Zanele Muholi.
NARRATIVE Ⅲ: Alternative Ending – Fotogalerie Wien
Eröffnung: Montag, 7. September 2026, 19:00 Uhr
Laufzeit: 8. September – 10. Oktober 2026
Ort: Fotogalerie Wien, Währinger Straße 59/WUK, 1090 Wien
Öffnungszeiten: Di & Fr 14–19 Uhr, Mi & Do 12–19 Uhr, Sa 13–17 Uhr
Dritter Teil der Reihe NARRATIVE, mit der die Fotogalerie Wien ihren Jahresschwerpunkt 2025/2026 abschließt. Beteiligt sind Vik Bayer, Rio – Roberta Lima, Angelika Loderer, Ralo Mayer und Kay Walkowiak. Zur Finissage am 10. Oktober erscheint der Katalog. Wer die Gelegenheit nutzen will: Der Eintritt in die Fotogalerie ist traditionell frei, und die Räume im WUK sind einer der wenigen Orte in Wien, an denen österreichische Positionen abseits der großen Häuser konsequent gezeigt werden.
Sony World Photography Awards 2027 – kostenlos einreichen
Einsendeschluss: Single Image & Youth 5. Jänner 2027, Series 12. Jänner 2027, Student 27. November 2026 (jeweils 13:00 GMT)
Teilnahme: weltweit offen, Einreichung kostenlos
Preisgeld: 25.000 USD für den Photographer of the Year, je 5.000 USD für Single Image und Sustainability Prize
Die 20. Ausgabe des größten frei zugänglichen Fotowettbewerbs läuft seit 1. Juni. Die bisherigen Bewerbe wurden umbenannt und geschärft: Aus „Professional“ wird Series, aus „Open“ wird Single Image – und man darf in beide einreichen. Neu sind zwei Kategorien: Histories für Arbeiten, die sich mit persönlicher und kollektiver Geschichte auseinandersetzen (ausdrücklich auch mit Archiv- und Fundmaterial), sowie Animal Portraits für Tierporträts jenseits klassischer Wildlife-Motive. Bewertet wird anonym; Gewinner- und Shortlist-Arbeiten werden in London ausgestellt und danach international getourt. Bei null Einreichgebühr gibt es wenig Grund, es nicht zu versuchen.
🎬 Film-Tipp: La Jetée (1962)
Typ: Kurzfilm, 28 Minuten
Regie: Chris Marker
Verfügbar: Apple TV und Prime Video (Leihe), BFI Player, LaCinetek
Der radikalste Fotografie-Film, den es gibt – und ausgerechnet ein Science-Fiction-Kurzfilm. Chris Marker erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach dem Dritten Weltkrieg in seine eigene Erinnerung zurückgeschickt wird, fast ausschließlich in Standbildern: fotografiert mit einer Pentax Spotmatic, montiert zu einer Bildfolge, aus der über Schnitt, Ton und Erzählerstimme trotzdem Bewegung entsteht. Genau eine einzige Einstellung ist tatsächlich gefilmt – wer sie zum ersten Mal sieht, vergisst sie nicht mehr. Für alle, die mit Einzelbildern arbeiten, ist das ein 28-minütiges Seminar darüber, was ein Bild allein leisten kann und was erst die Abfolge daraus macht. Terry Gilliams „12 Monkeys“ ist die Langfassung dieser Idee.
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