ORF-Lange Nacht der Museen am 3. Oktober – Vorverkauf endet am 27. September
Termin: Samstag, 3. Oktober 2026, 18:00–24:00 Uhr
Tickets: 19 € regulär, 16 € ermäßigt (Studierende, Senior*innen, Menschen mit Behinderung, Ö1-Club), Kinder bis 12 Jahre frei
Vorverkauf: bis 27. September über backstage.ORF.at und in den teilnehmenden Häusern
Ein Ticket, sechs Stunden, sämtliche teilnehmenden Museen und Kulturinstitutionen. Für fotografisch Interessierte ist das die Gelegenheit, in einem Abstecher mehrere Häuser abzuklappern, die man sonst einzeln ansteuern müsste – und Sammlungen anzusehen, bei denen man sich den vollen Eintritt sonst zweimal überlegt. Praktischer Nebeneffekt, den viele übersehen: Das Ticket gilt in Wien am 3. Oktober von 17:00 Uhr bis 00:59 Uhr des Folgetags als Fahrschein in der Kernzone, Nightline-Busse inklusive. Wer fotografieren will, sollte vorab die Hausordnung des jeweiligen Museums prüfen – Stativ und Blitz sind fast überall tabu, das Handgepäck wird bei großem Andrang knapp.
Fotogalerie Wien: Führung durch „NARRATIVE III“ und Lecture-Performance – bei freiem Eintritt
Termin: Samstag, 3. Oktober 2026, 14:00 Uhr Führung, 15:00 Uhr Lecture-Performance
Ort: FOTOGALERIE WIEN, Währinger Straße 59/WUK, 1090 Wien (Eingang G)
Eintritt: frei
Am selben Tag, nur früher: Das WUK feiert sein 45-jähriges Bestehen, und die Fotogalerie Wien beteiligt sich mit einem Doppeltermin. Um 14 Uhr führt Johan Nane Simonsen aus dem Galeriekollektiv durch die laufende Ausstellung NARRATIVE III: Alternatives Ende, den Abschluss des Jahresschwerpunkts – mit Arbeiten von Vik Bayer, Rio – Roberta Lima, Angelika Loderer, Ralo Mayer und Kay Walkowiak. Sehenswert ist darin besonders Loderers Exposure: fotografische Abzüge, die langsam von einem Pilzgeflecht überwachsen werden, bis die Bilder zerfließen. Zerstörung als Bildprozess, ko-autorisiert von einem Schimmelpilz. Um 15 Uhr folgt die Lecture-Performance „Nachforschungen in die Zukunft“ der Biologin und Künstlerin Margit Busch. Die Ausstellung selbst läuft noch bis 10. Oktober, Finissage samt Katalogpräsentation am letzten Tag.
Vormerken: „NEU. SACHLICH.“ im Leopold Museum ab November
Laufzeit: 13. November 2026 – 28. Februar 2027
Ort: Leopold Museum, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag 10–18 Uhr
Das Leopold Museum widmet der Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre eine eigene Ausstellung – jener Phase also, in der das Sachfoto zum Programm wurde: harte Aufsicht, klare Kante, das Ding ohne Stimmung. Angekündigt ist unter anderem Albert Renger-Patzsch, dessen Schaffende Hände (Töpferhände) von 1925–27 als Ankündigungsmotiv dient; gezeigt werden Bestände aus der Skrein Photo Collection. Für ein Haus, das man sonst mit Schiele und Klimt verbindet, ein ungewohnter, aber naheliegender Schwenk: Die Neue Sachlichkeit ist in der Sammlung ohnehin verankert, nur eben bislang als Malerei. Noch ist reichlich Zeit – aber wer im November ohnehin plant, sollte es sich notieren.
Canon EOS R8 Mark II und zwei ungewöhnlich leichte Supertele von Sony
Canon EOS R8 Mark II: vorgestellt 16. September, 1.799 € (Body), verfügbar ab 20. Oktober
Sony FE 400mm F4.5 GM OSS: ca. 2.800 €, Ende September
Sony FE 600mm F6.3 GM OSS: ca. 3.900 €, Ende September
Canon hat die EOS R8 nachgelegt und ihr genau das gegeben, was der ersten Version fehlte: einen 5-Achsen-Bildstabilisator, laut Hersteller bis zu 7,5 Blendenstufen, dazu endlich einen AF-Joystick. Der 24,2-MP-Vollformatsensor bleibt, das Gehäuse fällt deutlich kantiger aus als bisher – ein Design, über das sich streiten lässt. Sony wiederum hat die zwei Supertele-Festbrennweiten nachgereicht, die Anfang September noch gefehlt hatten: 400mm f/4.5 und 600mm f/6.3, beide bei rund 995 Gramm und damit nach Herstellerangabe die jeweils leichtesten ihrer Klasse. Rund ein Kilo für ein 600er ist eine Ansage – das ist Freihand-Terrain, kein Stativ-Terrain, und für Vogel- und Sportfotografie die eigentliche Nachricht. Mit Telekonverter sind 800 beziehungsweise 1.200 mm drin.
→ Canon-Pressemitteilung · → Sony-Pressemitteilung
📺 Diese Woche im TV
Ab Donnerstag, 24. September in der arte-Mediathek – „Stadt Land Kunst: Detroit / Saint-Ouen / Dänemark“ (46 Min.)
Der Detroit-Teil der Folge begleitet Yves Marchand und Romain Meffre, das französische Fotografenduo, das mit The Ruins of Detroit bekannt wurde: großformatige Aufnahmen verlassener Theater, Bahnhöfe und Fabrikhallen, die den Verfall einer Industriestadt in einer Sorgfalt festhalten, die man sonst aus der Architekturfotografie kennt. Die Arbeit hat die Debatte über „ruin porn“ mitausgelöst – die Frage, ab wann die schöne Aufnahme eines Niedergangs zum Selbstzweck wird. Genau deshalb lohnt das Hinsehen. TV-Ausstrahlung am Donnerstag, 1. Oktober um 13:10 Uhr.
🎬 Film-Tipp: Don’t Blink – Robert Frank (2015)
Typ: Dokumentation, 82 Minuten
Regie: Laura Israel
Verfügbar: Apple TV (Kauf/Leihe)
Robert Frank hat mit The Americans 1958 ein Buch gemacht, das die Fotografie in zwei Teile zerlegt hat: davor und danach. Unscharf, schief, körnig, aus der Hüfte – alles, was damals als Fehler galt, wurde bei ihm Methode. Laura Israel, die jahrzehntelang seine Filme geschnitten hat, porträtiert ihn als über Neunzigjährigen in seinem Atelier, und der Film ist so montiert, wie Frank fotografiert hat: sprunghaft, unehrfürchtig, ohne Chronologie. Er selbst wollte ausdrücklich kein Denkmal, und man merkt dem Film an, dass er sich daran hält. Wer nach den Bildern noch zum Buch greift, sieht es anders als vorher.
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