Zanele Muholi: We Are Here – erste Einzelausstellung in Österreich
Laufzeit: 19. September 2026 – 10. Jänner 2027
Ort: FOTO ARSENAL WIEN, Arsenal Objekt 19A, 1030 Wien
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11:00–19:00 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 10 € regulär, 7 € ermäßigt, unter 19 Jahren frei, Jahreskarte 25 €
Nach Tate Modern, Gropius Bau und SFMOMA zeigt das FOTO ARSENAL WIEN die erste Einzelausstellung von Zanele Muholi in Österreich: über 120 Fotografien, Videoarbeiten und Archivmaterial aus mehr als zwei Jahrzehnten, gegliedert in sechs Kapitel. Im Zentrum stehen die seit 2006 fortlaufende Porträtserie Faces and Phases und die Selbstporträts aus Somnyama Ngonyama – Schwarz-Weiß-Arbeiten von einer Härte im Kontrast, die man selten sieht, entstanden in enger Absprache mit den Porträtierten. Muholi, 1972 in Umlazi geboren, bezeichnet sich nicht als Künstler*in, sondern als visual activist, und wurde 2026 mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet. Das Haus war wegen Umbaus bis 17. September geschlossen und sperrt mit dieser Schau wieder auf – parallel läuft Eric Asamoahs As Our Hearts Bow.
Fotoauktion „Perspectives“ in der Leica Gallery Wien – Vorbesichtigung lohnt sich auch ohne Bietabsicht
Termin: Freitag, 9. Oktober 2026, 18:30 Uhr
Ort: Leica Gallery Vienna, Seilergasse 14, 1010 Wien
Status: Online-Katalog ist offen, Pre-Bidding läuft
Die Leitz Photographica Auction – bis vor einigen Jahren als WestLicht-Auktion in Wien groß geworden – versteigert im Oktober rund 140 Originalabzüge. Der Katalog liest sich wie ein Streifzug durch die Fotogeschichte: László Moholy-Nagy, Alexander Rodtschenko, Irving Penn, Lillian Bassman, Gordon Parks, Bill Brandt, Jacques-Henri Lartigue, Otto Steinert, Brett Weston. Für Wien besonders interessant sind Rudolf Koppitz‘ Winter im Wienerwald von 1923 und Trude Fleischmanns Aufnahme der Hände von Karl Kraus, 1930 entstanden. Die Einstiegspreise beginnen bei einigen hundert Euro – und der Online-Katalog ist unabhängig davon eine der besseren Bildersammlungen, die man gerade kostenlos durchblättern kann.
Neue OM System PEN – und drei Objektive aus einer dichten Ankündigungswoche
Vorgestellt: 8. und 9. September 2026
Marktstart PEN: 1. Oktober 2026
Preis: 999 € (Body), 1.099 € im Kit mit dem M.Zuiko 14–42mm f/3.5-5.6 III
Die erste Septemberwoche war die dichteste des Jahres. OM System hat die PEN neu aufgelegt: 393 Gramm, 20,4-MP-MFT-Sensor, und erstmals in der PEN-Reihe mit integriertem elektronischem Sucher, Bildstabilisator und Staub- sowie Spritzwasserschutz – eine Kombination, die es in dieser Größenklasse kaum gibt. Sigma hat am Tag davor das 85mm f/1.2 DG Art (1.499 €, 905 g – deutlich leichter als die Konkurrenz) und das kompakte 20–60mm f/2.8-4 DG Contemporary (849 €, 385 g) offiziell gemacht, beide ab 30. September lieferbar. Sony hat von den drei erwarteten Objektiven nur eines gezeigt: das FE 8–14mm f/3.5 Fisheye G für 1.700 €, mit 314 Gramm erstaunlich kompakt und ab Ende September verfügbar. Die beiden Supertele-Festbrennweiten sollen später im Monat folgen.
→ Mehr Infos zur OM System PEN
The Nature Photography Contest 2026 – Einreichen bis 15. November
Einsendeschluss: 15. November 2026
Teilnahme: weltweit offen für Profis und Amateure, 10 € pro eingereichtem Foto
Preisgeld: 2.000 € gesamt, 1.000 € für die „Photography of the Year“, je 100 € pro Kategoriesieg
Dritte Ausgabe eines reinen Online-Wettbewerbs für Naturfotografie, ausgeschrieben in zehn Kategorien: Landschaft, Wildlife, Makro, Unterwasser, Vögel, Pflanzenwelt, Nachtwelt, Environmental Impact, Sharing the Planet und – erfreulich unverkrampft – Funny Nature. Die Zahl der Einreichungen und der Kategorien ist nicht begrenzt, die Ausrüstung spielt keine Rolle. Die Jury besteht aus den Naturfotografen Luke Stackpoole, Cynthia Bandurek und Mario Cea, bewertet wird bis März 2027. Für jede teilnehmende Person pflanzt der Veranstalter gemeinsam mit One Tree Planted einen Baum.
📺 Diese Woche im TV
Neu in der arte-Mediathek – „Twist: Bilderflut – Was ist ein Bild noch wert?“ (30 Min., Erstausstrahlung 13. September)
Täglich entstehen rund 5,3 Milliarden Fotos, seit KI-Bildern werden es rasch mehr. Die Sendung geht der Frage nach, was bei dieser Dauerdokumentation eigentlich gewonnen und was verloren geht – Studien deuten darauf hin, dass sich schlechter erinnert, wer alles fotografiert. Zu Wort kommen unter anderem Maximilien Van Aertryck, Ko-Regisseur von And the King Said, What a Fantastic Machine, und der deutsch-türkische Künstler Abdulhamid Kircher, der in seiner Ausstellung Rotting From Within in den Hamburger Deichtorhallen mit analogen Abzügen und persönlichen Archiven das genaue Gegenteil der Bilderflut betreibt. Abrufbar bis 12. September 2027.
🎬 Film-Tipp: Smoke (1995)
Typ: Spielfilm
Regie: Wayne Wang, nach einer Erzählung von Paul Auster
Verfügbar: Netflix; Leihe über Apple TV, Prime Video, Google Play, YouTube
Auggie Wren, gespielt von Harvey Keitel, betreibt einen Tabakladen in Brooklyn und macht seit vierzehn Jahren jeden Morgen um Punkt acht Uhr eine Aufnahme derselben Straßenecke – immer derselbe Standpunkt, immer dieselbe Uhrzeit. Über viertausend Bilder, sorgfältig in Alben geklebt. Die Szene, in der ein Besucher diese Alben durchblättert und begreift, was er da eigentlich vor sich hat, ist eine der besten Erklärungen von Serienarbeit, die das Kino zu bieten hat: Erst die Wiederholung macht die Unterschiede sichtbar. Passt gut zu dem, was die arte-Sendung oben verhandelt – und ist außerdem ein sehr ruhiger, sehr gut geschriebener Film.
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